Historie

Anmerkungen zur Baugeschichte

Bereits vor dem 30-jährigen Krieg wurde ein „Freihaus“ erwähnt für Zusammenkünfte der Hainsfarther Juden. 1722 wurde an der Judengasse (heute Jurastraße) eine erste Synagoge gebaut. Dabei handelte es sich um den im 18. Jh. üblichen Dorfsynagogentyp, d.h. die Wohnung des Vorsängers war  im Haus mit eingerichtet. Daneben entstand um 1810 die Judenschule. Die Mikwe, das kultische Bad (nicht mehr erhalten), lag talabwärts an der Kohlgasse. Ab 1850 hatte die Hainsfarther jüdische Gemeinde einen eigenen Friedhof.
Nachdem die erste Synagoge baufällig wurde, plante man ab 1857 einen Neubau für 102 Frauen- und 108 Männerplätze. Ingenieur Seemüller aus Augsburg reichte den Entwurf ein, welcher sich stark am Plan der Heidenheimer Synagoge von Eduard Bürklein, einem  Schüler Friedrich von Gärtners, orientierte. Lediglich die Platzierung der Portale wich in Hainsfarth ab, die hier traufseitig war.
Die Ausgestaltung erfolgte im damals modernen maurischen Stil, sichtbar vor allem an den Fenstern und der Wandbemalung. Am 24. August 1860 wurde das Haus feierlich  eingeweiht. Das jüdische Gotteshaus diente 1938 noch 26 Gläubigen.
Im Krieg wurde das Haus als Lager für den Flugplatz Heuberg genutzt, danach u.a. als Kühlraum, Werkstatt und Gymnastikraum unter wechselnden Besitzern. Die Gemeinde Hainsfarth richtete nach dem Erwerb 1977 den Bauhof hier ein.

Ab 1983 wurde die Synagoge aufwändig restauriert und am 28. April 1996 als Begegnungsstätte und Raum für kulturelle Veranstaltungen wieder eröffnet.
   
© Freundeskreis der ehemaligen Synagoge Hainsfarth Webseite erstelllt von Ernst Mayer