Verleihung des
  Rieser Kulturpreises
  2016
   

Der Freundeskreis Synagoge Hainsfarth e.V.  wurde 1994 gegründet. Sein Hauptzweck ist die Wiederherstellung und der Erhalt der ehemaligen Synagoge. Er soll aber auch die Synagoge mit Leben erfüllen und darauf achten, daß die Nutzung der Synagoge dem Gedanken der Toleranz zwischen den Menschen dient.

Führungen können über  info@synagoge-hainsfarth.de oder der Gemeinde Hainsfarth angefragt werden:
Telefon: 09082 / 2270  Fax: 09082 / 2260

Jahresprogramm im PDF-Format zum Herunterladen (Download)
   
   Ehemalige Synagoge Hainsfarth
   

Historie

Anmerkungen zur Baugeschichte

Bereits vor dem 30-jährigen Krieg wurde ein „Freihaus“ erwähnt für Zusammenkünfte der Hainsfarther Juden. 1722 wurde an der Judengasse (heute Jurastraße) eine erste Synagoge gebaut. Dabei handelte es sich um den im 18. Jh. üblichen Dorfsynagogentyp, d.h. die Wohnung des Vorsängers war  im Haus mit eingerichtet. Daneben entstand um 1810 die Judenschule. Die Mikwe, das kultische Bad (nicht mehr erhalten), lag talabwärts an der Kohlgasse. Ab 1850 hatte die Hainsfarther jüdische Gemeinde einen eigenen Friedhof.
Nachdem die erste Synagoge baufällig wurde, plante man ab 1857 einen Neubau für 102 Frauen- und 108 Männerplätze. Ingenieur Seemüller aus Augsburg reichte den Entwurf ein, welcher sich stark am Plan der Heidenheimer Synagoge von Eduard Bürklein, einem  Schüler Friedrich von Gärtners, orientierte. Lediglich die Platzierung der Portale wich in Hainsfarth ab, die hier traufseitig war.
Die Ausgestaltung erfolgte im damals modernen maurischen Stil, sichtbar vor allem an den Fenstern und der Wandbemalung. Am 24. August 1860 wurde das Haus feierlich  eingeweiht. Das jüdische Gotteshaus diente 1938 noch 26 Gläubigen.
Im Krieg wurde das Haus als Lager für den Flugplatz Heuberg genutzt, danach u.a. als Kühlraum, Werkstatt und Gymnastikraum unter wechselnden Besitzern. Die Gemeinde Hainsfarth richtete nach dem Erwerb 1977 den Bauhof hier ein.

Ab 1983 wurde die Synagoge aufwändig restauriert und am 28. April 1996 als Begegnungsstätte und Raum für kulturelle Veranstaltungen wieder eröffnet.
   

Aktuelles  

Braucht man in den Religionen Frauenrechtlerinnen?

Die Theologinnen, die sich zu einer Podiumsdiskussion in die Synagoge Hainsfarth einladen ließen, waren sich einig, dass in den Religionen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gelten müsse. Dies gebiete auch die Verfassung der Bundesrepublik. Der Diskussion stellten sich die Rabbinerin der Bamberger jüdischen Gemeinde Dr. Antje Yael Deusel, Lehrbeauftragte im Fach Judaistik an der Universität Bamberg, die Imamin Rabeya Müller, Gründungsmitglied des Liberalen Islamischen Bundes e.V. und die evangelische Theologin Prof. Johanna Haberer, Journalistin und Professorin der Universität Erlangen-Nürnberg.

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Durch Zusammenhalten das Böse besiegen
Am letzten Tag des Projekts der Mittelschule Oettingen war die Synagoge der Ort, der den Rahmen für das bewegende Singspiel "Brundibar" bilden durfte. Die Schüler erlebten mit den Darstellern und Sängern des Kinderchors der Bayerischen Staatsoper die Botschaft vom Zusammenhalten in der Bedrängnis, mit einem glücklichen Ende, das aber die einstigen Darsteller und Musiker, samt dem Komponisten Hans Krása, nach den Aufführungen im Konzentrationslager Theresienstadt nicht erleben durften.

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Wo sind meine Nachbarn geblieben?
Wer geglaubt hat, dass die Judenfeindlichkeit, der Antisemitismus in Deutschland aufgehört habe, der habe sich getäuscht, meinte der Zeitzeuge Pavel Hoffmann bei seinem Vortrag in der Mittelschule Oettingen. Angesichts der Bedrohung von Menschen, die sich auch heute den Anfeindungen ausgesetzt sehen, weil sie anderen Glauben haben oder aus anderen Ländern kommen wurde von den Lehrkräften Max Sefranek und Walter Fuchs, in Zusammenarbeit mit Sigried Atzmon vom Freundeskreis der Synagoge Hainsfarth in der Mittelschule Oettingen eine Projektwoche organisiert. Bei den Jugendlichen sollte das Bewusstsein für diese Ungerechtigkeiten gestärkt werden. Im Mittelpunkt stand die Frage: "Wo sind meine Nachbarn geblieben?"

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Ruth's jüdisches Kochbuch
Ein Kochbuch eignet sich im Allgemeinen nicht für eine Buchvorstellung, doch weil Ruth Melcers jüdisches Kochbuch mit ihrer ungewöhnlichen Lebensgeschichte verknüpft wurde, fand es in der ehemaligen Synagoge Hainsfarth große Aufmerksamkeit.
Nach dem Beispiel vieler Frauen, die Kochrezepte der Großmütter und Mütter und ihre eigenen sammeln, trug Ruth Melcer die Rezepte ihrer jüdischen Familie und Verwandtschaft, die in viele Winde verstreut lebt, zusammen. Anlässlich eines Familienfestes erstellte sie ein Geheft aus den gesammelten Rezepten, dazwischen Erlebnisse aus der Familie und ihrem Leben.

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Der Davidstern

Kaum ein anderes Symbol spielte in der jüngeren deutschen Geschichte eine so große, aber auch beschämende Rolle wie der sechseckige gelbe Stern mit der Aufschrift "Jude". Es war aber auch der jüdische Davidstern, der vier Jahre nach dem Niedergang des "Dritten Reiches" als Sinnbild des neu gegründeten Staates Israel auf dessen Staatsflagge prangte.
Vortrag
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