Verleihung des
  Rieser Kulturpreises
  2016
   

Der Freundeskreis Synagoge Hainsfarth e.V.  wurde 1994 gegründet. Sein Hauptzweck ist die Wiederherstellung und der Erhalt der ehemaligen Synagoge. Er soll aber auch die Synagoge mit Leben erfüllen und darauf achten, daß die Nutzung der Synagoge dem Gedanken der Toleranz zwischen den Menschen dient.

Führungen können über  info@synagoge-hainsfarth.de oder der Gemeinde Hainsfarth angefragt werden:
Telefon: 09082 / 2270  Fax: 09082 / 2260

Jahresprogramm im PDF-Format zum Herunterladen (Download)
   
   Ehemalige Synagoge Hainsfarth
   

Jüdisches Leben

Juden in Hainsfarth

Seit dem Spätmittelalter, nachweislich ab dem 13. Jh., leben Juden in Schwaben. 1434 wird erstmals ein Hainsfarther Jude erwähnt, um 1480 bereits vier Judenhäuser genannt.
Nach der Ausweisung der Juden aus den Reichsstädten zu Beginn des 15. Jh. wird die jüdische Besiedlung in Hainsfarth immer dichter. Das Fürstenhaus Oettingen-Spielberg gewährt Schutz, dafür haben die Juden ihrerseits Schutzgeld zu bezahlen.

Die Hainsfarther Juden leben vornehmlich vom Viehhandel, im frühen 19. Jh. verstärkt vom Textil- und Gemischtwarenhandel. Handwerk und Landwirtschaft bleiben den Juden bis in die Mitte des 19. Jh. versagt. Die Mobilität ist für Juden weiterhin sehr eingeschränkt. Viele junge Juden versuchen daher, nach Amerika auszuwandern.
Michael Riess (Reese) aus Hainsfarth wird Mitte des 19. Jh. in der neuen Heimat zum Multimillionär. Aus Hainsfarth stammen auch die Vorfahren der großen deutschen Schauspielerin Therese Giehse. Ihr Vater Salomon Gift ist 1861 hier geboren. In diesem Jahr fällt die Matrikelordnung für die bayerischen  Juden, d.h. sie können nun ihren Wohnort  frei wählen. Neben vielen anderen Hainsfarthern nutzt auch Heinrich Aufhäuser  diese Chance und eröffnet in München 1870 mit 28 Jahren das gleichnamige Bankhaus, welches heute noch besteht.

Die jüdische Gemeinde in Hainsfarth wird zunehmend kleiner. Zu Beginn des 20. Jh. leben noch etwa 200 Juden im Ort, 1930 sind es nur noch 40.

Im November 1938 wird die Synagoge geplündert und verwüstet. Mindestens 10 Hainsfarther Juden werden ab1942 deportiert, nach 1945 kehrte niemand zurück.

Einen interessanten Artikel findet man auch bei Alemannia Judaica
   

Aktuelles  

Die Sicht der Juden auf die Reformation

Im Jubiläumsjahr der Reformation wird diese aus verschiedenster Sicht beurteilt. In einem Vortrag in der Synagoge Hainsfarth stellte der evangelische Diplomtheologe Michael  Rummel auf Einladung der Evangelischen Erwachsenenbildung Schriften jüdischer Chronisten vor, um die Sicht der Juden auf die Reformation zu verdeutlichen.

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Braucht man in den Religionen Frauenrechtlerinnen?

Die Theologinnen, die sich zu einer Podiumsdiskussion in die Synagoge Hainsfarth einladen ließen, waren sich einig, dass in den Religionen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gelten müsse. Dies gebiete auch die Verfassung der Bundesrepublik. Der Diskussion stellten sich die Rabbinerin der Bamberger jüdischen Gemeinde Dr. Antje Yael Deusel, Lehrbeauftragte im Fach Judaistik an der Universität Bamberg, die Imamin Rabeya Müller, Gründungsmitglied des Liberalen Islamischen Bundes e.V. und die evangelische Theologin Prof. Johanna Haberer, Journalistin und Professorin der Universität Erlangen-Nürnberg.

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Durch Zusammenhalten das Böse besiegen
Am letzten Tag des Projekts der Mittelschule Oettingen war die Synagoge der Ort, der den Rahmen für das bewegende Singspiel "Brundibar" bilden durfte. Die Schüler erlebten mit den Darstellern und Sängern des Kinderchors der Bayerischen Staatsoper die Botschaft vom Zusammenhalten in der Bedrängnis, mit einem glücklichen Ende, das aber die einstigen Darsteller und Musiker, samt dem Komponisten Hans Krása, nach den Aufführungen im Konzentrationslager Theresienstadt nicht erleben durften.

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Wo sind meine Nachbarn geblieben?
Wer geglaubt hat, dass die Judenfeindlichkeit, der Antisemitismus in Deutschland aufgehört habe, der habe sich getäuscht, meinte der Zeitzeuge Pavel Hoffmann bei seinem Vortrag in der Mittelschule Oettingen. Angesichts der Bedrohung von Menschen, die sich auch heute den Anfeindungen ausgesetzt sehen, weil sie anderen Glauben haben oder aus anderen Ländern kommen wurde von den Lehrkräften Max Sefranek und Walter Fuchs, in Zusammenarbeit mit Sigried Atzmon vom Freundeskreis der Synagoge Hainsfarth in der Mittelschule Oettingen eine Projektwoche organisiert. Bei den Jugendlichen sollte das Bewusstsein für diese Ungerechtigkeiten gestärkt werden. Im Mittelpunkt stand die Frage: "Wo sind meine Nachbarn geblieben?"

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Ruth's jüdisches Kochbuch
Ein Kochbuch eignet sich im Allgemeinen nicht für eine Buchvorstellung, doch weil Ruth Melcers jüdisches Kochbuch mit ihrer ungewöhnlichen Lebensgeschichte verknüpft wurde, fand es in der ehemaligen Synagoge Hainsfarth große Aufmerksamkeit.
Nach dem Beispiel vieler Frauen, die Kochrezepte der Großmütter und Mütter und ihre eigenen sammeln, trug Ruth Melcer die Rezepte ihrer jüdischen Familie und Verwandtschaft, die in viele Winde verstreut lebt, zusammen. Anlässlich eines Familienfestes erstellte sie ein Geheft aus den gesammelten Rezepten, dazwischen Erlebnisse aus der Familie und ihrem Leben.

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© Freundeskreis der ehemaligen Synagoge Hainsfarth Webseite erstelllt von Ernst Mayer