Verleihung des
  Rieser Kulturpreises
  2016
   

Der Freundeskreis Synagoge Hainsfarth e.V.  wurde 1994 gegründet. Sein Hauptzweck ist die Wiederherstellung und der Erhalt der ehemaligen Synagoge. Er soll aber auch die Synagoge mit Leben erfüllen und darauf achten, daß die Nutzung der Synagoge dem Gedanken der Toleranz zwischen den Menschen dient.

Führungen können über  info@synagoge-hainsfarth.de oder der Gemeinde Hainsfarth angefragt werden:
Telefon: 09082 / 2270  Fax: 09082 / 2260

Jahresprogramm im PDF-Format zum Herunterladen (Download)
   
   Ehemalige Synagoge Hainsfarth
   

Veranstaltungen

Diese Erklärung bestimme seitdem, wie die EKD ab dem Jahr 2013 des Novemberpogroms gedenken wolle. Zu Beginn seines Referats wartete Töllner mit einer für die evangelischen Christen Deutschlands fast sensationellen neuen Erklärung ihrer Synode auf, die er unmittelbar aus der Tagung in Magdeburg mitbrachte.

Zur Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr 2017 der Reformation habe sie sich mit dem Verhältnis Martin Luthers zu den Juden beschäftigt, um sich von dessen Schmähungen gegen die Juden zu distanzieren. Seine Sicht auf das Judentum sei mit der biblisch bezeugten Treue zum Volk Israel unvereinbar und widerspreche der Absicht Martin Luthers, die Juden zum Religionswechsel zu bewegen oder gar zu zwingen. Dies werde als Geste der Übernahme von Verantwortung gegenüber den jüdischen Geschwistern bestätigt.
Bis zu diesem epochalen Schritt in der Verarbeitung ihres Verhaltens bei der nationalsozialistischen Barbarei an den Juden habe die Evangelische Kirche einen Jahrzehnte dauernden Weg beschritten. Nach dem 9. November 1938 seien nur wenige Bußpredigten evangelischer Pfarrer bekannt geworden, wie die von Helmut Gollwitzer (Berlin) oder Julius von Jan (Oberlenningen/Württemberg) oder die des bayerischen Pfarrers Johannes Zwanzger (Thüngen / Unterfranken). In den Zeitungen habe man damals schon eher vom Triumph des deutsch-christlichen Bischofs Martin Sasse (Thüringen) erfahren, der die Ratschläge Luthers zur "scharfen Barmherzigkeit" gegenüber den Juden umgesetzt sah.
Die vor aller Augen erfolgte Welle der Gewalt habe aber auch im Gedenken der Nachkriegszeit nur eine geringe Bedeutung zur Folge gehabt. Die maßgeblichen Kirchenführer hätten den nationalsozialistischen Staat verantwortlich gemacht, eine eigene Verstrickung in die Verfolgung der Judenheit kaum gesehen. Noch am zehnten Jahrestag sei das Gedenken an den Novemberpogrom für sie kein Thema gewesen.
Nach dem 20. Jahrestag 1958 habe sich aber ein kultureller Umbruch in der BRD vollzogen. In der Folge von Hakenkreuzschmierereien, des Prozesses gegen den Organisator des Holocausts, Eichmann, und der Auschwitz-Prozesse von 1963 bis1965 sei vor allem in der nachgewachsenen Generation die "schuldhafte Vergangenheit unseres Volkes" thematisiert worden. Es seien Projekte wie die "Aktion Sühnezeichen" außerhalb oder die Arbeitsgruppe "Christen und Juden" innerhalb der Kirche entstanden, die den letzten gesamtdeutschen Kirchentag Berlin kurz vor dem Bau der Mauer zu einem Bekenntnis der christlichen Mitschuld an der Schoah bewegt hätten.
1963 sei durch den Ratsvorsitzenden Präses Kurt Scharf vor dem Gelände des KZ Dachau ein Aufruf an alle evangelischen Christen erfolgt, der alle im Blick gehabt hätte, gegen die „Hass gesät“ wurde. Ein Zeichen der Versöhnung und Vergebung sollte der Bau der evangelischen "Sühne-Christi-Kirche" sein. In den 70-er-Jahren, als die jüngere Generation die "Gerechtigkeit" in den Mittelpunkt gestellt und gefordert habe, aus der Erinnerung Folgen für das eigene zukünftige Handeln zu ziehen, das Verhältnis von Christen und Juden neu bestimmt.
Ab dem 40. Jahrestag 1978 habe sich dann der 9. November als "Völkermord-Gedenktag" in der BRD etabliert, mit entsprechenden Verlautbarungen aller möglichen öffentlichen Institutionen und der Kirchen. (emy)

   

Aktuelles  

Die Sicht der Juden auf die Reformation

Im Jubiläumsjahr der Reformation wird diese aus verschiedenster Sicht beurteilt. In einem Vortrag in der Synagoge Hainsfarth stellte der evangelische Diplomtheologe Michael  Rummel auf Einladung der Evangelischen Erwachsenenbildung Schriften jüdischer Chronisten vor, um die Sicht der Juden auf die Reformation zu verdeutlichen.

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Braucht man in den Religionen Frauenrechtlerinnen?

Die Theologinnen, die sich zu einer Podiumsdiskussion in die Synagoge Hainsfarth einladen ließen, waren sich einig, dass in den Religionen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gelten müsse. Dies gebiete auch die Verfassung der Bundesrepublik. Der Diskussion stellten sich die Rabbinerin der Bamberger jüdischen Gemeinde Dr. Antje Yael Deusel, Lehrbeauftragte im Fach Judaistik an der Universität Bamberg, die Imamin Rabeya Müller, Gründungsmitglied des Liberalen Islamischen Bundes e.V. und die evangelische Theologin Prof. Johanna Haberer, Journalistin und Professorin der Universität Erlangen-Nürnberg.

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Durch Zusammenhalten das Böse besiegen
Am letzten Tag des Projekts der Mittelschule Oettingen war die Synagoge der Ort, der den Rahmen für das bewegende Singspiel "Brundibar" bilden durfte. Die Schüler erlebten mit den Darstellern und Sängern des Kinderchors der Bayerischen Staatsoper die Botschaft vom Zusammenhalten in der Bedrängnis, mit einem glücklichen Ende, das aber die einstigen Darsteller und Musiker, samt dem Komponisten Hans Krása, nach den Aufführungen im Konzentrationslager Theresienstadt nicht erleben durften.

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Wo sind meine Nachbarn geblieben?
Wer geglaubt hat, dass die Judenfeindlichkeit, der Antisemitismus in Deutschland aufgehört habe, der habe sich getäuscht, meinte der Zeitzeuge Pavel Hoffmann bei seinem Vortrag in der Mittelschule Oettingen. Angesichts der Bedrohung von Menschen, die sich auch heute den Anfeindungen ausgesetzt sehen, weil sie anderen Glauben haben oder aus anderen Ländern kommen wurde von den Lehrkräften Max Sefranek und Walter Fuchs, in Zusammenarbeit mit Sigried Atzmon vom Freundeskreis der Synagoge Hainsfarth in der Mittelschule Oettingen eine Projektwoche organisiert. Bei den Jugendlichen sollte das Bewusstsein für diese Ungerechtigkeiten gestärkt werden. Im Mittelpunkt stand die Frage: "Wo sind meine Nachbarn geblieben?"

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Ruth's jüdisches Kochbuch
Ein Kochbuch eignet sich im Allgemeinen nicht für eine Buchvorstellung, doch weil Ruth Melcers jüdisches Kochbuch mit ihrer ungewöhnlichen Lebensgeschichte verknüpft wurde, fand es in der ehemaligen Synagoge Hainsfarth große Aufmerksamkeit.
Nach dem Beispiel vieler Frauen, die Kochrezepte der Großmütter und Mütter und ihre eigenen sammeln, trug Ruth Melcer die Rezepte ihrer jüdischen Familie und Verwandtschaft, die in viele Winde verstreut lebt, zusammen. Anlässlich eines Familienfestes erstellte sie ein Geheft aus den gesammelten Rezepten, dazwischen Erlebnisse aus der Familie und ihrem Leben.

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© Freundeskreis der ehemaligen Synagoge Hainsfarth Webseite erstelllt von Ernst Mayer