Verleihung des
  Rieser Kulturpreises
  2016
   

Der Freundeskreis Synagoge Hainsfarth e.V.  wurde 1994 gegründet. Sein Hauptzweck ist die Wiederherstellung und der Erhalt der ehemaligen Synagoge. Er soll aber auch die Synagoge mit Leben erfüllen und darauf achten, daß die Nutzung der Synagoge dem Gedanken der Toleranz zwischen den Menschen dient.

Führungen können über  info@synagoge-hainsfarth.de oder der Gemeinde Hainsfarth angefragt werden:
Telefon: 09082 / 2270  Fax: 09082 / 2260

Jahresprogramm im PDF-Format zum Herunterladen (Download)
   
   Ehemalige Synagoge Hainsfarth
   

Veranstaltungen

Zwischen diesen beiden Polen des jüdischen Schicksals bewegte sich der Vortrag von Dr. Elisabeth Fuchshuber-Weiß in der ehemaligen Synagoge Hainsfarth über die Bedeutung des " Davidsterns". Dabei habe er erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts den Aufstieg zum Sinnbild jüdischer Lebens- und Glaubensgemeinschaften und eines jüdischen nationalen Bewusstseins geschafft.

Seit Jahrtausenden habe er seitdem als "Hexagramm", einem Sechseck aus zwei ineinander geschobenen Dreiecken, in seiner "Harmonie von Maß und Zahl" die Phantasie der Menschen beflügelt. Er sei als Zeichen der Magie in vielen Kulturkreisen verbreitet gewesen und, wie auch das Hakenkreuz als "Swastika", bereits auf dem Schmuckfries der Synagoge in Kapernaum neben dem Davidstern zu sehen, und schmücke auch in der islamischen Al-Aqsa-Moschee auf dem Jerusalemer Tempelberg eine Stufe der Kanzeltreppe. Er sei noch lange Zeit kein jüdisches Zeichen gewesen, wie die Menorá (der 12-armige Leuchter). In Franken und in der Oberpfalz hätte er seit dem 14. Jahrhundert bis heute sogar die Brauer zu ihrem Zunftzeichen erwählt, wovon die Gasthäuser "Zum Stern" künden, in deren Wirtshausschildern wie auf manchen alten Bierfässern dieses Zeichen verwendet wurde. Es habe in anderen Kulturen die Bedeutung eines Talismans gehabt, als Schutz und Abwehrzauber in einer vermeintlichen Geisterwelt und spiele als solcher auch die Rolle des Makrokosmos in Goethes' "Faust". Die mittelalterliche Magie habe den Stern mit König David als "Davids Schild" benannt, im Sinne eines magischen Schutzes vor Feinden und Dämonen und seiner legendären Stärke bei seinen heroischen Taten.

Als esoterisches Zeichen habe es weithin als Ornament Verwendung in alten Schriften gefunden und solle erst ab 900 n. Chr. in der jüdischen Gemeinde Prags als heraldisches Emblem auf einer roten Festfahne als Wahrzeichen der Prager Judenstadt den siebenarmigen Leuchter verdrängt haben. Von dort aus habe sich der "Stern des David" als Emblem auf Gemeindesiegeln und Schriften und als äußeres Kennzeichen in den Synagogen Europas verbreitet. Seinen besonderen Stellenwert habe der Stern erst in der Aufklärung erhalten, als das Judentum allmählich in der "Judenemanzipation" als Konfession anerkannt worden sei.
Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Zionisten in Person Theodor Herzls einen jüdischen Staat in Palästina angestrebt hätten, habe bereits 1897 David Wolffsohn die Fahne des künftigen Staates Israel entworfen, der erst 50 Jahre später gegründet wurde. Seitdem weht der Davidstern zwischen den zwei blauen Streifen des Tallits (Gebetsschals) auf der Staatsflagge über den staatlichen Gebäuden. Wenn sich auch die Juden schon in früheren Zeiten einer Markierung zur Diskriminierung ausgesetzt sahen, z. B. mit dem "Judenhut", dem "Gelben Ring" oder besonderen Kleidungsvorschriften, war die rassistische Kennzeichnung durch den gelben "Judenstern" dennoch die tiefste Erniedrigung der jüdischen Menschen. Der gelbe Stern begleitete die Männer, Frauen und Kinder in die Vernichtungslager. Erst nach dem Ende des Massenmordes konnten die überlebenden Juden unter diesem Zeichen entweder in Israel oder in neuen Synagogen wieder ihren Gebeten nachkommen. (emy)

   

Aktuelles  

Braucht man in den Religionen Frauenrechtlerinnen?

Die Theologinnen, die sich zu einer Podiumsdiskussion in die Synagoge Hainsfarth einladen ließen, waren sich einig, dass in den Religionen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gelten müsse. Dies gebiete auch die Verfassung der Bundesrepublik. Der Diskussion stellten sich die Rabbinerin der Bamberger jüdischen Gemeinde Dr. Antje Yael Deusel, Lehrbeauftragte im Fach Judaistik an der Universität Bamberg, die Imamin Rabeya Müller, Gründungsmitglied des Liberalen Islamischen Bundes e.V. und die evangelische Theologin Prof. Johanna Haberer, Journalistin und Professorin der Universität Erlangen-Nürnberg.

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Durch Zusammenhalten das Böse besiegen
Am letzten Tag des Projekts der Mittelschule Oettingen war die Synagoge der Ort, der den Rahmen für das bewegende Singspiel "Brundibar" bilden durfte. Die Schüler erlebten mit den Darstellern und Sängern des Kinderchors der Bayerischen Staatsoper die Botschaft vom Zusammenhalten in der Bedrängnis, mit einem glücklichen Ende, das aber die einstigen Darsteller und Musiker, samt dem Komponisten Hans Krása, nach den Aufführungen im Konzentrationslager Theresienstadt nicht erleben durften.

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Wo sind meine Nachbarn geblieben?
Wer geglaubt hat, dass die Judenfeindlichkeit, der Antisemitismus in Deutschland aufgehört habe, der habe sich getäuscht, meinte der Zeitzeuge Pavel Hoffmann bei seinem Vortrag in der Mittelschule Oettingen. Angesichts der Bedrohung von Menschen, die sich auch heute den Anfeindungen ausgesetzt sehen, weil sie anderen Glauben haben oder aus anderen Ländern kommen wurde von den Lehrkräften Max Sefranek und Walter Fuchs, in Zusammenarbeit mit Sigried Atzmon vom Freundeskreis der Synagoge Hainsfarth in der Mittelschule Oettingen eine Projektwoche organisiert. Bei den Jugendlichen sollte das Bewusstsein für diese Ungerechtigkeiten gestärkt werden. Im Mittelpunkt stand die Frage: "Wo sind meine Nachbarn geblieben?"

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Ruth's jüdisches Kochbuch
Ein Kochbuch eignet sich im Allgemeinen nicht für eine Buchvorstellung, doch weil Ruth Melcers jüdisches Kochbuch mit ihrer ungewöhnlichen Lebensgeschichte verknüpft wurde, fand es in der ehemaligen Synagoge Hainsfarth große Aufmerksamkeit.
Nach dem Beispiel vieler Frauen, die Kochrezepte der Großmütter und Mütter und ihre eigenen sammeln, trug Ruth Melcer die Rezepte ihrer jüdischen Familie und Verwandtschaft, die in viele Winde verstreut lebt, zusammen. Anlässlich eines Familienfestes erstellte sie ein Geheft aus den gesammelten Rezepten, dazwischen Erlebnisse aus der Familie und ihrem Leben.

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Der Davidstern

Kaum ein anderes Symbol spielte in der jüngeren deutschen Geschichte eine so große, aber auch beschämende Rolle wie der sechseckige gelbe Stern mit der Aufschrift "Jude". Es war aber auch der jüdische Davidstern, der vier Jahre nach dem Niedergang des "Dritten Reiches" als Sinnbild des neu gegründeten Staates Israel auf dessen Staatsflagge prangte.
Vortrag
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© Freundeskreis der ehemaligen Synagoge Hainsfarth Webseite erstelllt von Ernst Mayer