Verleihung des
  Rieser Kulturpreises
  2016
   

Der Freundeskreis Synagoge Hainsfarth e.V.  wurde 1994 gegründet. Sein Hauptzweck ist die Wiederherstellung und der Erhalt der ehemaligen Synagoge. Er soll aber auch die Synagoge mit Leben erfüllen und darauf achten, daß die Nutzung der Synagoge dem Gedanken der Toleranz zwischen den Menschen dient.

Führungen können über  info@synagoge-hainsfarth.de oder der Gemeinde Hainsfarth angefragt werden:
Telefon: 09082 / 2270  Fax: 09082 / 2260

Jahresprogramm im PDF-Format zum Herunterladen (Download)
   
   Ehemalige Synagoge Hainsfarth
   

Veranstaltungen

Dieses Leben begann nach fünf Jahren ungetrübter Kindheit in ihrer polnischen Heimatstadt Tomaszów Mazowiecki mit dem Einmarsch der deutschen Truppen 1939 in Warschau gefährlich zu werden. Als jüdische Familie suchte die Familie Schutz in Warschau, wo sie aber sofort ins Ghetto verfrachtet wurde und auf ihre Deportierung zu warten hatte. Nach dessen Auflösung im Jahr 1942 wurde sie erst ins Arbeitslager Bližyn gebracht, wo der jüngere Bruder 1943 ermordet wurde. Als 8-jähriges Kind wurde sie schließlich mit vielen anderen in einem Viehwaggon nach Auschwitz transportiert und erlebte hier, was Hunger bedeutete, -"nicht der Hunger, den wir heute spüren und dann essen, sondern der Hunger, wenn es gar nichts mehr zu essen gibt". Nach dem 27. Januar 1945, dem Tag, als sie mit ihren Eltern durch die Rote Armee befreit worden sei, habe sie, 11 Jahre alt, nicht mehr aufgehört zu essen, bis ihr Gewicht von noch 18 Kilo um 50 Kilo zunahm. Mit Hilfe der Mutter habe sie diese Essstörung glücklicher Weise überwunden.
Vor diesem Hintergrund bekam „Ruths Kochbuch“ eine besondere Bedeutung. Ein Buch mit jüdischen Rezepten sollte es sein, nach den Vorstellungen des Verlags mit Erklärungen zu jüdischen Festen und Traditionen, bei denen das Essen nach bestimmten Vorschriften zubereitet werden muss. Die Co-Autorin Ellen Presser, Leiterin des Kulturzentrums der israelitischen Kultusgemeinde in München, stand ihr nicht nur bei der Konzeption des Buches sondern auch bei der Präsentation in der Synagoge Hainsfarth beiseite. Sie wies darauf hin, dass es nicht als koscheres Kochbuch geplant gewesen sei, dass es aber weithin die koscheren Vorschriften der jüdischen Religion berücksichtige. Einen breiten Raum nähmen die Feiertagspeisen ein, wenn Gelegenheit sei, gemeinsames Essen einzunehmen mit vertrauten Menschen und Gästen. Dann habe es traditionell "Tscholent", einen Eintopf aus Kartoffeln, Gemüse und Fleisch, gegeben, der am Freitagabend in den Ofen kam und am Samstagmittag rausgenommen oder gleich vom christlichen Bäcker gebacken wurde. Rezepte finden sich in dem Kochbuch für gefilte Fisch (gefüllte Fische), Wiener Schnitzel, gefüllte Kalbsbrust oder Palatschinken, Anleitungen zur Verarbeitung von Fisch, gehackter Leber oder Blaubeertaschen und ausgesprochenen Schabbatspeisen, Pessachsemmeln und Matzeknödeln, -die ganze Vielfalt der osteuropäisch geprägten jüdischen Küche. Nachdem die beiden Autorinnen auf die Fragen nach den koscheren Vorschriften geantwortet hatten, gab es nach dem jüdischen Trinkspruch "Lechaim" (Zum Wohl!) für die Zuhörer Kostproben von koscherem Gebäck und Wein. (emy)

   

Aktuelles  

Die Sicht der Juden auf die Reformation

Im Jubiläumsjahr der Reformation wird diese aus verschiedenster Sicht beurteilt. In einem Vortrag in der Synagoge Hainsfarth stellte der evangelische Diplomtheologe Michael  Rummel auf Einladung der Evangelischen Erwachsenenbildung Schriften jüdischer Chronisten vor, um die Sicht der Juden auf die Reformation zu verdeutlichen.

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Braucht man in den Religionen Frauenrechtlerinnen?

Die Theologinnen, die sich zu einer Podiumsdiskussion in die Synagoge Hainsfarth einladen ließen, waren sich einig, dass in den Religionen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gelten müsse. Dies gebiete auch die Verfassung der Bundesrepublik. Der Diskussion stellten sich die Rabbinerin der Bamberger jüdischen Gemeinde Dr. Antje Yael Deusel, Lehrbeauftragte im Fach Judaistik an der Universität Bamberg, die Imamin Rabeya Müller, Gründungsmitglied des Liberalen Islamischen Bundes e.V. und die evangelische Theologin Prof. Johanna Haberer, Journalistin und Professorin der Universität Erlangen-Nürnberg.

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Durch Zusammenhalten das Böse besiegen
Am letzten Tag des Projekts der Mittelschule Oettingen war die Synagoge der Ort, der den Rahmen für das bewegende Singspiel "Brundibar" bilden durfte. Die Schüler erlebten mit den Darstellern und Sängern des Kinderchors der Bayerischen Staatsoper die Botschaft vom Zusammenhalten in der Bedrängnis, mit einem glücklichen Ende, das aber die einstigen Darsteller und Musiker, samt dem Komponisten Hans Krása, nach den Aufführungen im Konzentrationslager Theresienstadt nicht erleben durften.

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Wo sind meine Nachbarn geblieben?
Wer geglaubt hat, dass die Judenfeindlichkeit, der Antisemitismus in Deutschland aufgehört habe, der habe sich getäuscht, meinte der Zeitzeuge Pavel Hoffmann bei seinem Vortrag in der Mittelschule Oettingen. Angesichts der Bedrohung von Menschen, die sich auch heute den Anfeindungen ausgesetzt sehen, weil sie anderen Glauben haben oder aus anderen Ländern kommen wurde von den Lehrkräften Max Sefranek und Walter Fuchs, in Zusammenarbeit mit Sigried Atzmon vom Freundeskreis der Synagoge Hainsfarth in der Mittelschule Oettingen eine Projektwoche organisiert. Bei den Jugendlichen sollte das Bewusstsein für diese Ungerechtigkeiten gestärkt werden. Im Mittelpunkt stand die Frage: "Wo sind meine Nachbarn geblieben?"

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Ruth's jüdisches Kochbuch
Ein Kochbuch eignet sich im Allgemeinen nicht für eine Buchvorstellung, doch weil Ruth Melcers jüdisches Kochbuch mit ihrer ungewöhnlichen Lebensgeschichte verknüpft wurde, fand es in der ehemaligen Synagoge Hainsfarth große Aufmerksamkeit.
Nach dem Beispiel vieler Frauen, die Kochrezepte der Großmütter und Mütter und ihre eigenen sammeln, trug Ruth Melcer die Rezepte ihrer jüdischen Familie und Verwandtschaft, die in viele Winde verstreut lebt, zusammen. Anlässlich eines Familienfestes erstellte sie ein Geheft aus den gesammelten Rezepten, dazwischen Erlebnisse aus der Familie und ihrem Leben.

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© Freundeskreis der ehemaligen Synagoge Hainsfarth Webseite erstelllt von Ernst Mayer