Verleihung des
  Rieser Kulturpreises
  2016
   

Der Freundeskreis Synagoge Hainsfarth e.V.  wurde 1994 gegründet. Sein Hauptzweck ist die Wiederherstellung und der Erhalt der ehemaligen Synagoge. Er soll aber auch die Synagoge mit Leben erfüllen und darauf achten, daß die Nutzung der Synagoge dem Gedanken der Toleranz zwischen den Menschen dient.

Führungen können über  info@synagoge-hainsfarth.de oder der Gemeinde Hainsfarth angefragt werden:
Telefon: 09082 / 2270  Fax: 09082 / 2260

Jahresprogramm im PDF-Format zum Herunterladen (Download)
   
   Ehemalige Synagoge Hainsfarth
   

20 Jahre Renovierung

Die 1. Vorsitzende des Freundeskreises der ehemaligen Synagoge Sigried Atzmon  sagte, dass in den 80-er Jahren sei bei der nachkommenden Generation Interesse an der Geschichte geweckt worden sei und die Bereitschaft, das reiche jüdische Leben nicht vergessen zu lassen und die Erinnerung wach zu halten. In diesem Sinne sei der ehemalige Bürgermeister Max Engelhardt ans Werk der Renovierung des Hainsfarther Synagogengebäudes gegangen. Die noch anstehenden finanziellen Aufgaben könne aber die Gemeinde nicht alleine stemmen.
Albrecht Fürst zu Oettingen-Spielbergerinnerte an die Geschichte seiner Familie, die den Juden Schutz gewährte. Diese Synagoge sei nicht als Denkmal, sondern als Gotteshaus errichtet worden sei von Menschen die die Hoffnung besessen hätten, als Staatsbürger ihre religiöse Identität wahren zu können. In einer Saat von Hass, Neid und Verleumdung sei diese Hoffnung in einer schändlichen Vertreibung und Vernichtung gestorben.
Bürgermeister Bodenmüller freute sich, dass von der heutigen Begegnungsstätte eine besondere Energie und Ausstrahlung ausgehe, die ihr ein Stück ihrer Würde zurückgebe.
Werner Eisenschink las ein Grußwort von Dr. Josef Schuster, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland vor. Die Hainsfarther Synagoge sei ein besonderer Gewinn und symbolisiere die religiöse Pluralität der Gegend, in der sie stehe.
Zur Gründung des Freundeskreises sprach der Vorsitzende der Rieser Kulturtage Dr. Wulf-Dietrich Kavasch, dass er den Wunsch des damaligen aus dem Ries stammenden Innenministers Anton Jaumann aufgenommen habe, einen Kreis zusammenzustellen, der die ehemalige Hainsfarther Synagoge wieder instand setzen sollte.
Architekt Obel sprach über die Bedeutung der Architektur bei der Wiederherstellung eines solchen Baudenkmales.
Dr. Beckstein sagte, er halte Hainsfarth mit seiner renovierten Synagoge für eine ganz besondere Gemeinde in Bayern. Er habe selbst in der Nachkriegszeit erlebt, wie in einer Mischung aus Verdrängen und Schuldgefühl gar nicht oder verschämt über die Juden gesprochen worden sei. Dies zu überwinden würde in wunderbarer Weise hier verfolgt. Alles, was Juden angetan wurde, sprenge alle Vorstellungskraft. Das einzige, was uns bleibe, sei die Erinnerung: "Nie wieder!" Wenn wir ein Kulturstaat sein wollten, müssten wir verantwortungsvoll mit unserer Geschichte umgehen, deshalb begrüße er die großartige Arbeit des Freundeskreises und halte es für eine Verpflichtung der Institutionen, die Gemeinde Hainsfarth finanziell zu unterstützen.
Die musikalische Gestaltung der Feierstunde von Kantor Nikola David (Tenor), Angela Rossel (Violine) und Stephanie Knauer (Klavier) unterstrich die harmonische Atmosphäre in der wunderbaren Akustik des Raumes mit traditionellen und klassischen Liedern und Kompositionen, ausklingend mit sephardischen Klängen aus Spanien.
Im Schlusswort ging Carl Völkl, noch einmal explizit auf die Urheberschaft Anton Jaumanns für die Wiederherstellung der Synagoge ein. (emy)

Der volle Wortlaut (hier klicken)

   

Aktuelles  

Braucht man in den Religionen Frauenrechtlerinnen?

Die Theologinnen, die sich zu einer Podiumsdiskussion in die Synagoge Hainsfarth einladen ließen, waren sich einig, dass in den Religionen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gelten müsse. Dies gebiete auch die Verfassung der Bundesrepublik. Der Diskussion stellten sich die Rabbinerin der Bamberger jüdischen Gemeinde Dr. Antje Yael Deusel, Lehrbeauftragte im Fach Judaistik an der Universität Bamberg, die Imamin Rabeya Müller, Gründungsmitglied des Liberalen Islamischen Bundes e.V. und die evangelische Theologin Prof. Johanna Haberer, Journalistin und Professorin der Universität Erlangen-Nürnberg.

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Durch Zusammenhalten das Böse besiegen
Am letzten Tag des Projekts der Mittelschule Oettingen war die Synagoge der Ort, der den Rahmen für das bewegende Singspiel "Brundibar" bilden durfte. Die Schüler erlebten mit den Darstellern und Sängern des Kinderchors der Bayerischen Staatsoper die Botschaft vom Zusammenhalten in der Bedrängnis, mit einem glücklichen Ende, das aber die einstigen Darsteller und Musiker, samt dem Komponisten Hans Krása, nach den Aufführungen im Konzentrationslager Theresienstadt nicht erleben durften.

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Wo sind meine Nachbarn geblieben?
Wer geglaubt hat, dass die Judenfeindlichkeit, der Antisemitismus in Deutschland aufgehört habe, der habe sich getäuscht, meinte der Zeitzeuge Pavel Hoffmann bei seinem Vortrag in der Mittelschule Oettingen. Angesichts der Bedrohung von Menschen, die sich auch heute den Anfeindungen ausgesetzt sehen, weil sie anderen Glauben haben oder aus anderen Ländern kommen wurde von den Lehrkräften Max Sefranek und Walter Fuchs, in Zusammenarbeit mit Sigried Atzmon vom Freundeskreis der Synagoge Hainsfarth in der Mittelschule Oettingen eine Projektwoche organisiert. Bei den Jugendlichen sollte das Bewusstsein für diese Ungerechtigkeiten gestärkt werden. Im Mittelpunkt stand die Frage: "Wo sind meine Nachbarn geblieben?"

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Ruth's jüdisches Kochbuch
Ein Kochbuch eignet sich im Allgemeinen nicht für eine Buchvorstellung, doch weil Ruth Melcers jüdisches Kochbuch mit ihrer ungewöhnlichen Lebensgeschichte verknüpft wurde, fand es in der ehemaligen Synagoge Hainsfarth große Aufmerksamkeit.
Nach dem Beispiel vieler Frauen, die Kochrezepte der Großmütter und Mütter und ihre eigenen sammeln, trug Ruth Melcer die Rezepte ihrer jüdischen Familie und Verwandtschaft, die in viele Winde verstreut lebt, zusammen. Anlässlich eines Familienfestes erstellte sie ein Geheft aus den gesammelten Rezepten, dazwischen Erlebnisse aus der Familie und ihrem Leben.

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Der Davidstern

Kaum ein anderes Symbol spielte in der jüngeren deutschen Geschichte eine so große, aber auch beschämende Rolle wie der sechseckige gelbe Stern mit der Aufschrift "Jude". Es war aber auch der jüdische Davidstern, der vier Jahre nach dem Niedergang des "Dritten Reiches" als Sinnbild des neu gegründeten Staates Israel auf dessen Staatsflagge prangte.
Vortrag
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© Freundeskreis der ehemaligen Synagoge Hainsfarth Webseite erstelllt von Ernst Mayer