20 Jahre Renovierung

Die 1. Vorsitzende des Freundeskreises der ehemaligen Synagoge Sigried Atzmon  sagte, dass in den 80-er Jahren sei bei der nachkommenden Generation Interesse an der Geschichte geweckt worden sei und die Bereitschaft, das reiche jüdische Leben nicht vergessen zu lassen und die Erinnerung wach zu halten. In diesem Sinne sei der ehemalige Bürgermeister Max Engelhardt ans Werk der Renovierung des Hainsfarther Synagogengebäudes gegangen. Die noch anstehenden finanziellen Aufgaben könne aber die Gemeinde nicht alleine stemmen.
Albrecht Fürst zu Oettingen-Spielbergerinnerte an die Geschichte seiner Familie, die den Juden Schutz gewährte. Diese Synagoge sei nicht als Denkmal, sondern als Gotteshaus errichtet worden sei von Menschen die die Hoffnung besessen hätten, als Staatsbürger ihre religiöse Identität wahren zu können. In einer Saat von Hass, Neid und Verleumdung sei diese Hoffnung in einer schändlichen Vertreibung und Vernichtung gestorben.
Bürgermeister Bodenmüller freute sich, dass von der heutigen Begegnungsstätte eine besondere Energie und Ausstrahlung ausgehe, die ihr ein Stück ihrer Würde zurückgebe.
Werner Eisenschink las ein Grußwort von Dr. Josef Schuster, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland vor. Die Hainsfarther Synagoge sei ein besonderer Gewinn und symbolisiere die religiöse Pluralität der Gegend, in der sie stehe.
Zur Gründung des Freundeskreises sprach der Vorsitzende der Rieser Kulturtage Dr. Wulf-Dietrich Kavasch, dass er den Wunsch des damaligen aus dem Ries stammenden Innenministers Anton Jaumann aufgenommen habe, einen Kreis zusammenzustellen, der die ehemalige Hainsfarther Synagoge wieder instand setzen sollte.
Architekt Obel sprach über die Bedeutung der Architektur bei der Wiederherstellung eines solchen Baudenkmales.
Dr. Beckstein sagte, er halte Hainsfarth mit seiner renovierten Synagoge für eine ganz besondere Gemeinde in Bayern. Er habe selbst in der Nachkriegszeit erlebt, wie in einer Mischung aus Verdrängen und Schuldgefühl gar nicht oder verschämt über die Juden gesprochen worden sei. Dies zu überwinden würde in wunderbarer Weise hier verfolgt. Alles, was Juden angetan wurde, sprenge alle Vorstellungskraft. Das einzige, was uns bleibe, sei die Erinnerung: "Nie wieder!" Wenn wir ein Kulturstaat sein wollten, müssten wir verantwortungsvoll mit unserer Geschichte umgehen, deshalb begrüße er die großartige Arbeit des Freundeskreises und halte es für eine Verpflichtung der Institutionen, die Gemeinde Hainsfarth finanziell zu unterstützen.
Die musikalische Gestaltung der Feierstunde von Kantor Nikola David (Tenor), Angela Rossel (Violine) und Stephanie Knauer (Klavier) unterstrich die harmonische Atmosphäre in der wunderbaren Akustik des Raumes mit traditionellen und klassischen Liedern und Kompositionen, ausklingend mit sephardischen Klängen aus Spanien.
Im Schlusswort ging Carl Völkl, noch einmal explizit auf die Urheberschaft Anton Jaumanns für die Wiederherstellung der Synagoge ein. (emy)

Der volle Wortlaut (hier klicken)

   

Aktuelles  

Holocaust-Gedenktag 2018

Auschwitz hat mir das Leben gerettet
Wie wichtig Zeitzeugen für das Ver-ständnis der deutschen Geschichte sind, zeigte die Holocaust-Gedenkfeier des Freundeskreises Synagoge Hainsfarth in der Stadtbibliothek Nördlingen, wo OB Hermann Faul und Sigi Atzmon Natan Grossmann begrüßten. Sein Schicksal diente als Grundlage für den Dokumentarfilm "Linie 41" und für die Gespräche bei seinem Besuch als Zeitzeuge. Seine Suche nach der Vergangenheit wurde 2015 von Regisseurin Tanja Cummings und dem Kameramann Marek Iwicki dokumentiert.

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Bücherverbrennung 1933

Holt die Bücher aus dem Feuer!

Es waren nicht nur Bücher von jüdi-schen Schriftstellern, die am 10. Mai 1933 von den Nationalsozialisten auf Scheiterhaufen verbrannt wurden. Alle der damaligen Schergen, die Zweifel an den Zielen der Nazis unter Hitler äußerten oder dem vom Rassismus bestimmte Menschenbild widersprachen, wurden verfemt und ihre Bücher verboten. An sie wird alljährlich am Tag der Bücherverbrennung gedacht. In der Synagoge Hainsfarth kamen zwölf betroffene Schriftsteller zu Wort, durch die Lesung von ansässigen Bürgern, eingeleitet durch die "Feuersprüche" der damaligen Schergen.

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Erinnerung für die Zukunft

 

 Erinnerung für die Zukunft

In der Nacht vom 9. November 1938 ließen die Nationalsozialisten ihrem Hass auf die Juden freie Bahn. In dieser „Reichspogromnacht“, die "von oben" gesteuert wurde, wurden die Menschenrechte und die Menschen-würde im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten. Mehr als 1300 Synagogen und Kultureinrichtungen wurden zerstört, Geschäfte und Woh-nungen geplündert und mehr als 25.000 Juden verhaftet, gefoltert und ermordet. Johlende und jubelnde Zeu-gen begleiteten die Vorgänge, andere nahmen sie schweigend und gleichgültig hin. Niemand hat seinen Unmut öffentlich zum Ausdruck gebracht.

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Die Reformation aus jüdischer Sicht

Die Sicht der Juden auf die Reformation

Im Jubiläumsjahr der Reformation wird diese aus verschiedenster Sicht beurteilt. In einem Vortrag in der Synagoge Hainsfarth stellte der evangelische Diplomtheologe Michael  Rummel auf Einladung der Evangelischen Erwachsenenbildung Schriften jüdischer Chronisten vor, um die Sicht der Juden auf die Reformation zu verdeutlichen.

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Frauenrechtlerinnen in den Religionen

Braucht man in den Religionen Frauenrechtlerinnen?

Die Theologinnen, die sich zu einer Podiumsdiskussion in die Synagoge Hainsfarth einladen ließen, waren sich einig, dass in den Religionen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gelten müsse. Dies gebiete auch die Verfassung der Bundesrepublik. Der Diskussion stellten sich die Rabbinerin der Bamberger jüdischen Gemeinde Dr. Antje Yael Deusel, Lehrbeauftragte im Fach Judaistik an der Universität Bamberg, die Imamin Rabeya Müller, Gründungsmitglied des Liberalen Islamischen Bundes e.V. und die evangelische Theologin Prof. Johanna Haberer, Journalistin und Professorin der Universität Erlangen-Nürnberg.

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