Kinderoper Brundibar

Die Kinder der damaligen Aufführung mussten in der Proben- und Aufführungszeit ständig ausgetauscht werden, da sie entweder an Krankheiten starben oder in die Osttransporte zu den Vernichtungslagern eingereiht wurden. Mehr als 50 Mal wurde „Brundibar“ aufgeführt, eine unvorstellbare Idylle in der „Vorhölle“ für mehr als 143 000 Juden, die durch Theresienstadt nach Auschwitz durchgeschleust wurden, die letzte verzweifelte Hoffnung vor der Vernichtung.
Die Geschichte der Geschwister Pepicek und Aninka zeigt, wie sie sich mit Hilfe der Kinder und Tiere gegen den bösen Leierkastenmann „Brundibar“ wehren können. Er jagt die vermeintlichen Konkurrenten vom Marktplatz, die mit ihrem Gesang um eine Schüssel Milch für die kranke Mutter verdienen wollten. Katze, Hund und Spatz holen sie aus Mitleid zurück, rufen die Kinder zusammen und übertönen mit ihrem Lied gemeinsam den Leierkasten. Die Erwachsenen werfen Geld in ihren Hut. Brundibar schleicht sich an, stiehlt den Hut mit dem Geld und rennt davon. Alle Kinder und die Tiere helfen nun ihn einzufangen und ihn zu besiegen. „Die einander helfen, siegen am Ende“, eine exzellente Aufführung von der melodienreichen Ouvertüre bis zum strahlenden Schlusslied. Die etwa 90 gesanglich bestens ausgebildeten Kinder konnten neben ihrem famosen Spiel ihre Begeisterung auf das lange applaudiernde Publikum übertragen. Die emotionale Wirkung der Musik war das Verdienst des Dirigenten Stellario Fagone und des Shalom-Ensembles, das im Jahr 2006 von Konzertmeisterin Susanne Gargerle mit Musikern des Staatsorchesters gegründet wurde.

Am Abend wurde die Kinderoper noch einmal öffentlich aufgeführt. Mit dem Dank an alle Mitwirkenden und an die Operndirektorin Annette Zühlke konnte Siegried Atzmon die Projektwoche mit diesem außergewöhnlichen musikalischen Höhepunkt erfolgreich beenden.  (emy)

   

Aktuelles  

Jewish Chamber Orchestra Munich

Emotionen aus der Zerrissenheit der Seele

Gustav Mahler ist den Musikliebhabern als Komponist großartiger Sinfonien bekannt. Dass er aber daneben, vor allem in seinen jungen Jahren, ein reichhaltiges Werk an Liedern geschaffen hat, ist bei dem Konzert des Jewish Chamber Orchesters Munich in der ehemaligen Synagoge Hainsfarth offenbar geworden. Er schuf mit seinen Lied-Kompositionen nicht nur eine feinfühlige Musik, sondern gleichzeitig auch vielfarbige Gemälde, in denen sich Text und Töne in anschauliche Bilder verwandelten und die Zuhörer in die „Traumwelt“ Mahlers versetzten.

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Schonzeit vorbei

Schonzeit vorüber

Buchvorstellung Juna Grossmann
Ralf Lehmann, Juna Grossmann, Sigi Atzmon

Ist das eine Entgleisung oder ein gut gemeinter Ratschlag, wenn jemand zum Thema Antisemitismus in einer Diskussion sagt, er lehne das Tragen einer Kippa in der Öffentlichkeit  genauso wie das anderer sichtbarer religiöser Zeichen ab? Wäre dann alles gut, wenn die Juden Kippa und Davidstern ablegten? Wenn sie sich vor den Antisemitisten verstecken würden? Sind sie also selbst schuld, dass sie Hassmails in den sozialen Netzen und offene Anfeindungen empfangen? Diese Fragen bewegten auch die Autorin selbst und sie beträfen auch andere Gruppen in der Bevölkerung, die solchem grundlosen Hass ausgesetzt seien. Sie habe sich allerdings auch schon mit dem Koffer packen befasst, - Flucht aus der aufgeklärten demokratischen Gesellschaft!


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