Ehemalige Synagoge Hainsfarth
   

Der Freundeskreis Synagoge Hainsfarth e.V.  wurde 1994 gegründet. Sein Hauptzweck ist die Wiederherstellung und der Erhalt der ehemaligen Synagoge. Er soll aber auch die Synagoge mit Leben erfüllen und darauf achten, daß die Nutzung der Synagoge dem Gedanken der Toleranz zwischen den Menschen dient.

Jahresprogramm 2019 im PDF-Format zum Herunterladen (Download)

 

   
  Verleihung des
  Rieser Kulturpreises
  2016 im Schloss
  Oettingen
   

Veranstaltungen 2019

Acht absolut professionelle Musikerinnen und Musiker verzauberten die Zuhörer mit ihrem kunstvollen Zusammenspiel.„Vierzehn Lieder aus der Jugendzeit“ flossen aus Gustav Mahlers Feder und deckten einen großen Teil seiner Gefühlswelt auf, die eine gewisse Zerrissenheit Mahlers aufdeckten, der 1860 im böhmischen Kalischt in seiner jüdischen Familie geboren wurde. Diese Herkunft erlebte er Zeit seines Lebens als Makel für einen ehrgeizigen Musiker und versuchte alles, um sein Jüdischsein zu verbergen, vor allem auch durch den Übertritt zum katholischen Glauben im Jahr 1897. Er steigerte sich zeitweise sogar in einen Deutschnationalismus hinein, in Verbindung mit einer extremen Verehrung Richard Wagners. Mit diesen biographischen Informationen ließ Dirigent Daniel Grossmann die Programmabschnitte gliedern und ein umfassendes Bild des Menschen Gustav Mahler zeichne. Dem sei es als konvertiertem Juden gelungen, im Musikleben der Stadt Wien als Operndirektor maßgebliche Modernisierungen in der damals als verstaubt kritisierten Opern durchzusetzen, bis er aufgrund antisemitischer Anfeindungen Wien doch habe verlassen müssen. Auf der anderen Seite habe die Musik seiner Lieder seinen Satz „Wie das Kind der Erwachsene“, bestätigt, womit er den Einfluss der Volkslieder in der Kindheit auf die spätere Musikalität gemeint habe.

Die von ihm ausgewählten und teils selbst verfassten Texte eröffneten eine äußerst emotionale Seite Mahlers, die in der Besetzung des Ensembles durch ein Klavierquartett (Klavier, Violine, Bratsche und Cello) und durch die beiden Holzbläser (Klarinette und Basset-Horn) auch die unterschiedlichen Klangfarben wunderbar zur Geltung gebracht wurde. Akkordeon und Schlagwerk lieferten den dynamischen und rhythmischen Hintergrund für den Gesang des Baritonsängers Ludwig Mittelhammer. Die Texte der Lieder spiegelten Mahlers Vielfältigkeit, aber auch die Auseinandersetzung mit sich und seinem religiösen Hintergrund wider, die sich im Schlusslied „Ich weiß nicht, wie mir ist“ manifestierte. Sein „Bekenntnis sei die Musik“, beantwortete er Fragen nach seinem Glauben.

Baritonsänger Mittelhammer gestaltete mit seiner äußerst flexiblen Gesangsführung den musikalischen Ausdruck gemäß der Textinhalte und trug damit im Zusammenwirken mit dem Dirigenten Grossmann wesentlich zu der äußerst positiven Wirkung auf das Publikum bei. Diese bekräftigte diese am Ende mit langem Schlussapplaus und würdigte damit diese starke Einführung in das anspruchsvolle Jahresprogramm 2019.

 

Die nächste Veranstaltung gibt mit einem „Seder-Abend“ wieder Einblicke in das jüdische Leben: ein Pessach-Mahl, wie es ähnlich auch Jesus am Vorabend des Pessach-Festes mit seinen Jüngern hielt. Hierfür ist eine Anmeldung für den 27. April, 18 Uhr, erforderlich.

(emy)

   

Aktuelles  

Der Stolperstein

Sich den Mächtigen nicht gebeugt zu haben, verdient einen “Stolperstein“.

„Ich weiß eigentlich nicht richtig, was mein Vater gemacht hat. Vielleicht finde ich das einmal heraus. Und wenn es schlimmer war, als ich gedacht hatte, dann wäre ich vielleicht bereit, die Wahrheit ein bisschen zu verändern“. „Schlimmer wäre es, wenn der Vater mitgearbeitet hätte, Konzentrationslager einzurichten – oder Juden in besetzten Ländern zu ermorden.“

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Israel, 71 Jahre von den Nachbarn bedroht

   Bild: Sadra Simovich wird von Sigi Atzmon in der Synagoge Hainsfarth begrüßt.

Der Besuch der Generalkonsulin Israels, Sandra Simovich, diene der Unterstützung des gemeinsamen Dialogs zwischen Israel und Deutschland. So begründete Sigi Atzmon, die 1. Vorsitzende des Freundeskreises der Synagoge Hainsfarth die Einladung an die Leiterin der diplomatischen Vertretung Israels für die süddeutschen Bundesländer. Sandra Simovich wies in ihrer Vorstellung darauf hin, dass sie bereits in den Jahren 2014 bis 2016 in der israelischen Botschaft in Berlin als Beraterin arbeitete und deshalb über Deutschland Bescheid wisse. Sie freue sich über ihre vor einem halben Jahr in München begonnene Aufgabe. Israels Stellung innerhalb seiner Nachbarn sei geprägt davon, dass es der einzige demokratische Staat im Nahen Osten sei.

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Sederfeier zum Pessahfest

 

Der Sederabend leitet das jüdische Pessah-Fest ein

Die Menschen betreten die ehemalige Synagoge Hainsfarth wie schon oft, doch heute ist alles ein wenig anders: Es riecht nach Essen. Sie stehen vor gedeckten Tischen. Heute gibt es eine Veranstaltung, wie es sie dort vorher noch nicht gegeben hat. Es wurde zum „Sederabend“ eingeladen, eine Feier, die das jüdische Pessahfest einleitet.

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Jewish Chamber Orchestra Munich

Emotionen aus der Zerrissenheit der Seele

Gustav Mahler ist den Musikliebhabern als Komponist großartiger Sinfonien bekannt. Dass er aber daneben, vor allem in seinen jungen Jahren, ein reichhaltiges Werk an Liedern geschaffen hat, ist bei dem Konzert des Jewish Chamber Orchesters Munich in der ehemaligen Synagoge Hainsfarth offenbar geworden. Er schuf mit seinen Lied-Kompositionen nicht nur eine feinfühlige Musik, sondern gleichzeitig auch vielfarbige Gemälde, in denen sich Text und Töne in anschauliche Bilder verwandelten und die Zuhörer in die „Traumwelt“ Mahlers versetzten.

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Schonzeit vorbei

Schonzeit vorüber

Buchvorstellung Juna Grossmann
Ralf Lehmann, Juna Grossmann, Sigi Atzmon

Ist das eine Entgleisung oder ein gut gemeinter Ratschlag, wenn jemand zum Thema Antisemitismus in einer Diskussion sagt, er lehne das Tragen einer Kippa in der Öffentlichkeit  genauso wie das anderer sichtbarer religiöser Zeichen ab? Wäre dann alles gut, wenn die Juden Kippa und Davidstern ablegten? Wenn sie sich vor den Antisemitisten verstecken würden? Sind sie also selbst schuld, dass sie Hassmails in den sozialen Netzen und offene Anfeindungen empfangen? Diese Fragen bewegten auch die Autorin selbst und sie beträfen auch andere Gruppen in der Bevölkerung, die solchem grundlosen Hass ausgesetzt seien. Sie habe sich allerdings auch schon mit dem Koffer packen befasst, - Flucht aus der aufgeklärten demokratischen Gesellschaft!


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© Freundeskreis der ehemaligen Synagoge Hainsfarth