Ehemalige Synagoge Hainsfarth
   

Der Freundeskreis Synagoge Hainsfarth e.V.  wurde 1994 gegründet. Sein Hauptzweck ist die Wiederherstellung und der Erhalt der ehemaligen Synagoge. Er soll aber auch die Synagoge mit Leben erfüllen und darauf achten, daß die Nutzung der Synagoge dem Gedanken der Toleranz zwischen den Menschen dient.

Jahresprogramm 2019 im PDF-Format zum Herunterladen (Download)

 

   
  Verleihung des
  Rieser Kulturpreises
  2016 im Schloss
  Oettingen
   

Veranstaltungen 2019

 Nun konnten die Gäste von Kantor Nikola David erfahren und miterleben, wie der Seder-Abend abläuft, der sonst nicht in der Synagoge, sondern in den jüdischen Familien gefeiert wird.

Es beginnt mit dem „Kadesch“, dem Segensspruch über einem Becher Wein, mit dem die jüdischen Feiertage eingeleitet werden. Nach dem „Urchatz“, dem rituellen Waschen der Hände, wird eine Stück Frucht der Erde als Symbol für die zermürbende Zwangsarbeit in Ägypten in Salzwasser getaucht und gegessen, dazu das ungesäuerte Brot, die „Matze“, und bittere Kräuter zu den Worten des „Auszugs aus Ägypten“, bevor das festliche Mahl eingenommen wird. Für die in den Familien teilnehmenden Kinder gibt es nicht nur die Geschichte, sondern auch das Verstecken und Suchen der Matzestückchen und Geschenke zum Abschluss des Abends. Nach dem leckeren Essen erfolgt bei geöffneter Tür der Dank an den Propheten Elijah, der die Erlösung durch den Messias vorausgesagt hat. Das „Pessach-Hallel“, mit Lobgebeten und dem Singen von Psalmen erinnert an das erste Pessachfest der Israeliten in Ägypten, als Gott das Volk Israel aus der Sklaverei befreit hatte. An den Schluss gehören das „Lied von den 12 heiligen Zahlen“ und das „Chad Gadja“, ein heiteres Schlusslied von Vaters Lämmchen, eine Allegorie auf die Unterdrückung des jüdischen Volks.

Diese Lehrstunde über die jüdische Religion und die Bezüge zum Christentum, dessen Bibel auch die 5 Bücher Mose enthält, wurde von Kantor David mit melancholischen Melodien und tiefsinnigen Gebeten, mit Gesang und Klavierspiel begleitet. Darin eingebettet wurde das „Seder-Menü“ mit köstlichen Speisen des Sterne-Kochs Joachim Kaiser und seines Beikochs  Markus.

Die Flucht aus der Knechtschaft Ägyptens, dessen Glauben von der Unsterblichkeit einen großen Einfluss auf die drei monotheistischen Religionen ausgeübt hat, ist ein prägendes Ereignis für das Volk Israel und die bedeutenden Personen des Christentums und des Islam.

Das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit wird durch das Wissen um die historischen und geistlichen Grundlagen des Glaubens gestärkt. Hier könnten die Wurzeln des Verständnisses für den Glauben anderer Menschen wachsen. (emy)

 

   

Aktuelles  

Sederfeier zum Pessahfest

 

Der Sederabend leitet das jüdische Pessah-Fest ein

Die Menschen betreten die ehemalige Synagoge Hainsfarth wie schon oft, doch heute ist alles ein wenig anders: Es riecht nach Essen. Sie stehen vor gedeckten Tischen. Heute gibt es eine Veranstaltung, wie es sie dort vorher noch nicht gegeben hat. Es wurde zum „Sederabend“ eingeladen, eine Feier, die das jüdische Pessahfest einleitet.

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Jewish Chamber Orchestra Munich

Emotionen aus der Zerrissenheit der Seele

Gustav Mahler ist den Musikliebhabern als Komponist großartiger Sinfonien bekannt. Dass er aber daneben, vor allem in seinen jungen Jahren, ein reichhaltiges Werk an Liedern geschaffen hat, ist bei dem Konzert des Jewish Chamber Orchesters Munich in der ehemaligen Synagoge Hainsfarth offenbar geworden. Er schuf mit seinen Lied-Kompositionen nicht nur eine feinfühlige Musik, sondern gleichzeitig auch vielfarbige Gemälde, in denen sich Text und Töne in anschauliche Bilder verwandelten und die Zuhörer in die „Traumwelt“ Mahlers versetzten.

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Schonzeit vorbei

Schonzeit vorüber

Buchvorstellung Juna Grossmann
Ralf Lehmann, Juna Grossmann, Sigi Atzmon

Ist das eine Entgleisung oder ein gut gemeinter Ratschlag, wenn jemand zum Thema Antisemitismus in einer Diskussion sagt, er lehne das Tragen einer Kippa in der Öffentlichkeit  genauso wie das anderer sichtbarer religiöser Zeichen ab? Wäre dann alles gut, wenn die Juden Kippa und Davidstern ablegten? Wenn sie sich vor den Antisemitisten verstecken würden? Sind sie also selbst schuld, dass sie Hassmails in den sozialen Netzen und offene Anfeindungen empfangen? Diese Fragen bewegten auch die Autorin selbst und sie beträfen auch andere Gruppen in der Bevölkerung, die solchem grundlosen Hass ausgesetzt seien. Sie habe sich allerdings auch schon mit dem Koffer packen befasst, - Flucht aus der aufgeklärten demokratischen Gesellschaft!


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