Veranstaltungen 2019

 

Darum würden auch, wie jüngst in vielen Zeitungen und im Fernsehen berichtet wurde, demokratische Wahlen abgehalten, die die Machtverhältnisse im Staat durchaus verändern könnten. Die vor kurzer Zeit gescheiterten Koalitionsverhandlungen hätten gezeigt, dass Regierungsbildungen sehr schwierig seien, da die Mindestzahl der gültigen Wählerstimmen, die in Deutschland fünf Prozent betragen müsse („Fünf-Prozent-Klausel“), in Israel nur etwa die Hälfte betrage, was mehrere kleine Parteien in die „Knesset“ bringt. Außerdem hätten die beiden größten Gruppierungen mit je 35 % gleich viel Zustimmung erhalten. Da die Liberalen nicht ohne die gesetzliche Verpflichtung der ultraorthodoxen Juden zum Wehrdienst in eine Regierung eintreten wollten, auf deren Zustimmung andererseits der jetzige Ministerpräsident Netanjahu angewie-sen ist, kam keine Regierung zustande. Dies wurde auch  in Deutschland mit Interesse verfolgt, denn die Bundesrepublik sehe die Beziehungen zu Israel als einen Grundpfeiler der deutschen Außenpolitik. Es bestehe dabei die Verpflichtung, keine Organisationen zu unterstützen, die das Existenzrecht des Staates Israel infrage stellen, eine wichtige Zusicherung angesichts des zunehmenden Antisemitismus. Dafür sei sicherlich auch das geringe Wissen der Jugendlichen über den Holocaust verantwortlich.
Hoffnungen würden auf eine neue Bewegung gesetzt, die unter dem Begriff „New Kibbutz“ Jugendlichen aus Deutschland Praktika in israelischen Unternehmen ermöglicht. Im Gegensatz zu dem Kibbutz-Begriff früherer Zeit sei das die Begegnung mit der „Hi-Tech-Nation“ Israel, gefördert vom israelischen Generalkonsulat und den süddeutschen Bundesländern.
Mit diesen Angeboten gab Simovich bereits Antworten auf die aus dem Zuhörerkries gestellte Frage, was für den Jugendaustausch getan würde. Es seien auch die Universitäten einbezogen zu wissenschaftlicher Zusammen-arbeit.  Die Frage nach dem täglichen Umgang der Israelis und der Palästinenser beantworte die Zahl von 70.000 palästinensischen Arbeitsplätzen eine deutliche Bestätigung der gegenseiti-gen Abhängigkeit. Die Feindseligkeiten würden durch Terrororganisationen geschürt und seien ein schwerwiegendes Hindernis für einen Frieden, der nur mit Vertrauen möglich werden könnte. Die Sicherheit der Bevölkerung habe für die israelische Politik den absoluten Vorrang, da man von seinen Nachbarn bedrängt und vor allem vom Iran mit der Vernichtung bedroht werde.
Die jüngsten Raketenangriffe aus dem Gaza-Streifen zeigten, mit welchen Gefahren aus der nächsten Nachbarschaft zu rechnen sei. (emy)